Willkommen auf der Website der Gemeinde Langenthal



Sprungnavigation

Von hier aus k?nnen Sie direkt zu folgenden Bereichen springen:
Startseite Alt+0 Navigation Alt+1 Inhalt Alt+2 Suche Alt+3 Inhaltsverzeichnis Alt+4 Seite drucken PDF von aktueller Seite erzeugen

 

Bern übernimmt die Landshoheit über den Oberaargau und Langenthal wird Teil der Grafschaft Wangen

1406

Am 28. August 1406 übergaben die Grafen Berchtold und Egon von Kiburg, Onkel und Neffe, ihre gemeinsamen Rechte der Landgrafschaft Burgund mit Wangen und Herzogenbuchsee der Stadt Bern gegen eine Leibesrente der Stadt Bern. Mit der Übernahme der landgräflichen Rechte über Burgund wurde Bern nun auch für das Gebiet der Twingherrschaft St. Urban zum Landesherrn. Bern unterstellte es und damit auch Langenthal der Hoheit des ersten Landvogts in Wangen, Heinrich Gruber. Langenthal wurde Teil der Grafschaft Wangen im Kanton Bern.

1413, also wenige Jahre nach der Übernahme der Herrschaft und der Errichtung der Landeshoheit im Oberaargau durch Bern, regelten St. Urban und der Vogt von Wangen die rechtlichen Verhältnisse in Langenthal, Roggwil und Wynau. Bern legte seine unbestrittenen hochgerichtlichen Befugnisse vertraglich fest und regelte die im 14. Jahrhundert zwischen den Grünenbergern, dem Kloster und den Kiburgern immer wieder strittige Gerichtsbarkeit in Frevelvergehen. Im Konvent von St. Urban interpretierte man den Vertrag als Machtverlust. Deshalb hatte der damalige Abt Heinrich Hauptring auch etwelche Mühe, zwei Jahre später mit Bern einen Burgrechtsvertrag durchzusetzen. Dieser konnte erst nach der Eroberung des Aargaus am 9. Oktober 1415 abgeschlossen werden.

Bern nahm auf dem Haus, das die Schwesterabtei St. Urbans, Frienisberg, in Bern besass, ein Udelgeld von 100 Gulden. Für Streitigkeiten mit seinen Untertanen unterwarf sich St. Urban dem Bernischen Fronfastengericht, und das Kloster gestattete dem Landesherrn das Aufgebot auch der Langenthaler zum Schutze des Landes. Das Kloster selber blieb steuerfrei, aber Bern durfte den Gotteshausleuten, namentlich den Langenthalern und Roggwilern allgemeine Landeskosten auferlegen. Im Gegenzug aber garantierte Bern dem Kloster dessen Freiheiten und Güter.

Literatur:
Max Jufer: Wie der Oberaargau vor 600 Jahren bernisch wurde
Jahrbuch des Oberaargau 2006, S. 36

Dieser Text wurde von Langenthals Stadtchronisten zusammengestellt. 

 
Bild: Die Grafen Egon II. und Berchtold I. von Kyburg übergeben ihre Rechte an der Landgrafschaft Burgund Bern. Staatsarchiv Bern.
  

Bild einer Urkunde
 

zur Übersicht


Druck Version PDF