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„was beptist mönschliche satzung bisher gebruchgt were“ ist abzuschaffen!

1528

Seit 1406 war Bern Landesherr über Langenthal, vertreten durch den Landvogt von Wangen. Grundherr und Inhaber des niederen Gerichts war aber St. Urban geblieben. Abt Eberhart Kastler (1512-1525) hatte eine bedeutende Klosterschule aufgebaut, an der Humanisten lehrten, die der Reformation zuneigten. Im Kloster wurden auch die Schriften Luthers gelesen, der ab 1517 sein Reformwerk in Wittenberg begonnen hatte. Auch über Zwingli wurde diskutiert, so dass der Abt vom Luzerner Rat verdächtigt wurde, er neige zur Reformation. Im Berner Volk gewannen die Stimmen Luthers und Zwinglis bald einen besondern Klang, von allem dort, wo sie ihm mehr Freiheit verkündeten und mit dem Evangelium die Ablösung von feudalen Schranken begründeten. Bern befragte zur

Reformationsbewegung, die in Deutschland und in Zürich schon etliche Fortschritte erzielt hatte, von 1523-1527 die einzelnen Aemter. So konnte die Bewegung kontrolliert werden. Die Langenthaler antworteten 1527 zusammen mit den Delegierten der Grafschaft Wangen, dass „was beptist mönschliche satzung und dergleichen bisher gebrucht were in der gmein der kilchen“ abzuschaffen sei. Ein Jahr später beschlossen die versammelten Berner Priester anlässlich der grossen Disputation in Bern die Durchführung der Reformation. Das Johanitterkloster Thunstetten wurde aufgelöst und der Abt von St. Urban, - es war der konservative Walter Thöry, der Nachfolger des Reformabtes Kastler – hatte in Langenthal einen reformierten Geistlichen in das Amt einzusetzen. So begann mit Beatus Falkenberger 1528 der erste reformierte Pfarrer in der Kirche Geissberg zu wirken. Er hatte nun aus allen Langenthalern treue, reformierte bernische Untertanen zu formen. Er erhielt dazu eine neu übersetzte deutsche Bibel, die Akten der Berner Disputation sowie ein kleines Liturgiebüchlein. Letzteres sollte Falkenberger helfen, auf der Basis des neuen Glaubens zu taufen, die Ehen zu schliessen, zu beerdigen und die Predigt richtig anzufangen und aufzuhören.
 
Weiterführende Literatur
Simon Kuert: Der Gemeindegedanke in der Reformation. In: Heimatblätter 2007, S. 147ff.

Dieser Text wurde von Langenthals Stadtchronisten zusammengestellt. 


Bild: Die erste These der Berner Reformation

Die erste These der Berner Reformation
 

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