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Hexen aus Langenthal

1591

Zu den schlimmsten Auswüchsen der Kriminaljustiz gehören die Hexenprozesse. Im Oberaargau waren der Hexenglaube und die Verfolgung von Hexen um 1600 eine richtige Epidemie. Die Rechnungsbücher des Amtes Aarwangen belegen im Amt Aarwangen um 1600 ein Dutzend Hinrichtungen.

Im Amt Wangen, zu dem Langenthal in der frühen Neuzeit gehörte, hat der Aberglaube noch eine grössere Anzahl von Opfern gefordert. Allein im Jahre 1591 wurden in Wangen sieben Frauen verbrannt. In einem in jenem Jahr gross angelegten Prozess war auch die alte Bärenwirtin von Langenthal angeklagt. Sie wurde mehrmals gefoltert und wiederholt wurde der ganze Körper nach einem Muttermal (Kuss des Teufels) untersucht. Obwohl diese Begutachtungen kein Resultat ergaben, endete die Wirtin auf dem Scheiterhaufen. Nur weil die Denunziantin im letzten Augenblick die Beschuldigung zurückzog, entging sie dem sicheren Tod.

An diesen Prozessen trugen die Pfarrer eine grosse Schuld. Sie hielten sich treu an die Devise des Alten Testamentes, wonach man Hexen und Zauberinnen nicht soll leben lassen (Ex 22,17) und förderten die Vernichtung von Frauen, die sich angeblich mit dem Teufel verbunden hatten.
Für die Teilnahme an den Verbrennungen und an den anschliessenden Gastmählern wurden die Geistlichen z.T. vom Landvogt entschädigt.
 

Weiterführende Literatur
Simon Kuert: Hexenprozesse im Oberaargau. Fakten und Deutungsversuche. Neujahrsblatt wangen a. A., 2004, S. 24-39


Dieser Text wurde von Langenthals Stadtchronisten zusammengestellt. 


Bild: Abbildung aus der Wickiana (Sammlung des Johann Jakob Wick, Zentralbibliothek Zürich)

Abbildung aus der Wickiana (Sammlung des Johann Jakob Wick, Zentralbibliothek Zürich)
 

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