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Das Korn- und Kaufhaus

1613

Bis um 1600 war das Dorfzentrum von Langenthal unbesiedelt, dies wohl wegen der wassergefährdenden Langete. Die sogenannte «alte Dorfmarch» umschloss „einen abwechselnd breiten Streifen Landes zu beiden Seiten des Baches vom Löwen bis zur Mühle. Das war die sogenannte innere Allmend’. Innerhalb derselben durfte herkömmlicherweise nicht gebaut werden. Wer aber hier eines der vielen Gartenbeete zugeteilt bekam oder später eben doch einen Bau errichtete, der musste den Bodenzins der Gemeinde und nicht dem Grundherrn, dem Abt, entrichten“ (J.R.Meyer).

Der erste Einbruch in die «innere Allmend», fand 1613 statt, als Bern der Gemeinde Langenthal den Dienstag-Wochenmarkt und den Bau eines Korn- und Kaufhauses bewilligte. Damit begann im 17./18. Jahrhundert der Bau von Marktgasse und unmittelbar anschliessenden Bereichen des «städtisch anmutenden Dorfkerns», der im Vergleich heute und allgemein als «Altstadt» anspricht und gilt, der aber tatsächlich relativ jung ist. Leider wurde die ursprünglich proportionsschöne und stimmungsvolle Baueinheit ab 1950 durch Umbauten unschön verändert.

Die Bewilligung des Kauf- und Kornhauses durch die Regierung hier im Wortlaut: Am 10. Juli 1613 entsprachen Schultheiss und Rat von Bern dem Gesuch Langenthals und Umgebung, ihnen zu gutem Nutzen ein Kauf- und Kornhaus zu bewilligen: „Innen hiemit zugelassen und bewilliget, an vermelltem ortt Langenthal ein korn und koufhuss ansechenlich und bequemlich uffzerichten, ir getreit wuchentlich uff einem zinstag daselbst offentlich feilzeheben und zeverkouffen, jedich mit diserussbedingung, dass söllicher buw in ihrem selbst eigenen costen ohne unser beschwärt uffgerichtet und glychmässig in buwlichen ervorderlchem wessen und esse erhalten und dan unns der halbige husslohn, so von des getreits wegen ezogen wirt, zusthan und gevolgen sölle, alles solange es uns belieben und gvallen wird….“ (SSRQ Bern II/2.10, Nr. 233).
Der Bau des Kaufhauses wurde zum Start in eine neue Zeit: Vom Bauerndorf zum Markt- und Handelsort.
 

Weiterführende Literatur
  • J.R. Meyer: Kleine Geschichte Langenthals, 1961
  • Alfred Kuert: Ein Dorf übt sich in Demokratie, Langenthal zwischen 1750 und 1850, Bern 1997

Dieser Text wurde von Langenthals Stadtchronisten zusammengestellt. 
 

Das Bild zeigt das 1613 erstellte Kaufhaus. Daneben die später erstellte Tuchlaube. Fotographie von 1894 nach einem Gemälde von 1790. Links im Hintergrund der „Bären“.

Fotographie von 1894 nach einem Gemälde von 1790
 

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