Krematorium Langenthal: 100 Jahr-Jubiläum
Die Geschichte des Krematoriums beginnt 1914. Damals gründeten Befürworter der Feuerbestattung in Langenthal einen Verein. Ihr Ziel war es, ein eigenes Krematorium für den Oberaargau zu bauen. Zu dieser Zeit war die Feuerbestattung noch wenig verbreitet und gesellschaftlich nicht überall akzeptiert.
Der Verein setzte sich für die Feuerbestattung ein, suchte Unterstützung und beschaffte die nötigen finanziellen Mittel. Bereits 1920 entwarf der Langenthaler Architekt Hector Egger ein erstes Krematorium. Dieses Projekt wurde jedoch nicht umgesetzt. Vermutlich fehlte das nötige Geld.
1925 nahm der Feuerbestattungsverein das Vorhaben erneut auf. Er beauftragte Hector Egger mit dem Bau des Krematoriums am heutigen Standort am Geissbergweg 29. In den Jahren 1925 und 1926 entstand das Gebäude. Der Feuerbestattungsverein war damit nicht nur Initiant, sondern auch Bauherr. Die Gemeinde unterstützte das Vorhaben mit dem Land und einem namhaften Beitrag.
Ein Gebäude mit bedeutenden Kunstwerken
Das Krematorium ist nicht nur wegen seiner Geschichte bemerkenswert. Auch seine Architektur und die künstlerische Gestaltung sind von besonderer Bedeutung. Im Innern befinden sich eine Wandmalerei des Schweizer Künstlers Cuno Amiet und eine Glasmalerei des Berner Künstlers Ernst Link. Beide Kunstwerke sind bis heute erhalten und denkmalgeschützt.
Bereits wenige Jahre nach der Eröffnung änderten sich die Besitzverhältnisse. Am 1. Juli 1928 ging das Krematorium in den Besitz der Einwohnergemeinde Langenthal über. Der Verein wurde allerdings erst 1971 aufgelöst, nachdem sein letztes Ziel (Gemeinschaftsgrab) realisiert war.
Vom Holz-Kohle-Ofen zur elektrischen Einäscherung
In den vergangenen 100 Jahren wurde das Krematorium mehrfach technisch modernisiert. Zu Beginn erfolgten die Einäscherungen mit einem Holz-Kohle-Ofen. Noch heute erinnern einzelne Bauteile an diese Zeit. Dazu gehören ein ehemaliges Kellerfenster, das als Kohleluke diente, und ein stählernes Ofentor im heutigen Ofenraum. In den Jahren 1942 und 1943 wurde das Krematorium mit einem elektrischen Ofen ausgestattet. Damit stellte die Anlage bereits rund 16 Jahre nach ihrer Eröffnung auf eine neue Technik um.
1989 folgte ein weiterer wichtiger Schritt: Die Stadt liess die heutige elektrische Ofenanlage einbauen. Seither wird der Ofen regelmässig gewartet und saniert. In der Vergangenheit waren nach jeweils rund 5'000 Einäscherungen grössere Sanierungsarbeiten nötig. Dies entsprach damals ungefähr einem Zeitraum von fünf Jahren.
Moderne Technik für den Umweltschutz
2012 investierte die Stadt Langenthal rund 1.3 Mio. Franken in eine Rauchgasreinigungsanlage. Damit passte sie den Betrieb an die verschärften gesetzlichen Vorgaben zur Luftreinhaltung an. Die Anlage sorgt dafür, dass die bei der Einäscherung entstehenden Abgase gereinigt werden. Sie ist ein wichtiger Bestandteil des heutigen Krematoriumsbetriebs.
Eine wichtige Dienstleistung für vier Kantone
Heute übernimmt das Krematorium Langenthal eine wichtige Aufgabe für die Region Oberaargau und darüber hinaus. Sein Einzugsgebiet umfasst auch Teile der 3 umliegenden Kantone Luzern, Aargau und Solothurn und reicht von Huttwil bis Zofingen und von Willisau bis Balsthal. Damit deckt es ein Gebiet mit Teilen aus vier Kantonen ab und umfasst ein Gebiet mit deutlich mehr als 100'000 Haushalten.
Die Zahl der Einäscherungen ist über die Jahre deutlich gestiegen. 2025 verzeichnete das Krematorium Langenthal mit 1'887 einen neuen Höchstwert. Bis Oktober 2026 wurden bereits mehr als 1'500 Verstorbene kremiert. Für das gesamte Jahr rechnet die Stadt mit 1'800 bis 2'000 Einäscherungen.
100 Jahre Geschichte und Entwicklung
Was 1914 mit der Idee eines Vereins begann, ist heute eine wichtige öffentliche Dienstleistung. Das Krematorium Langenthal hat sich in den vergangenen 100 Jahren stetig weiterentwickelt. Es verbindet ein denkmalgeschütztes Gebäude mit moderner Technik. Auch ein Jahrhundert nach seiner Eröffnung erfüllt das Krematorium eine wichtige Aufgabe für Langenthal und die umliegenden Regionen.
Zugehörige Objekte
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| Mitteilung des Amts für öffentliche Sicherheit (PDF, 47 kB) | Download | 0 | Mitteilung des Amts für öffentliche Sicherheit |