Stadtplanung

Mehr Einwohnerinnen und Einwohner, mehr Arbeitsplätze, mehr Verkehr: Die Stadt Langenthal will den absehbaren Wandel vorausschauend koordinieren und gestalten. Im Siedlungsrichtplan von 2018 setzt sie die Leitplanken für die räumliche Entwicklung in den nächsten 15 bis 20 Jahren.

Ziel ist zum einen die innere Verdichtung: So lassen sich bei geringem Bodenverbrauch attraktive Wohn- und Arbeitsgebiete bereitstellen. Zum anderen sollen die bestehenden Grünräume und Naherholungsgebiete aufgewertet werden, um den typischen Charakter von Langenthal als einer durchgrünten Stadt zu stärken.

Der Fokus der Weiterentwicklung liegt entsprechend auf grossen zusammenhängenden Arealen: Markthallenareal bzw. Bahnhof, Bahnhofgebiet Nord (siehe unten "Langenthal Mitte") und Porzi-Areal, Zentren in grösseren Wohnquartieren. Im Gegensatz dazu sollen andere Siedlungsgebiete nur sanft verändert werden.

Der Schweizer Heimatschutz zeichnete die Stadt Langenthal 2019 mit dem Wakkerpreis aus. Gewürdigt wurden einerseits der sorgfältige Umgang mit der Bautradition und andererseits das Planungsverfahren, das bei der Realisierung von Bauprojekten zum Tragen kommt.

Allgemeinverbindlich setzt die Stadt Langenthal ihre raumplanerischen Ziele im Rahmen der Ortsplanung um. Zonenplan, Baureglement und Überbauungsordnungen für einzelne Areale bilden die baurechtlichen Grundlagen für die Stadt Langenthal und die Ortsteile Ober- und Untersteckholz. Sie sind massgebend für jedes Baugesuch.

 

Kurze Wege und nahe an der Natur

Wie wird das Langenthal der Zukunft konkret aussehen? Die Stadt wird weder ausufern noch zum Siedlungsbrei verkommen. Die erweiterte Siedlungsfläche wird topografisch und landschaftlich auf allen Seiten klar von nachbarschaftlichen Überbauungen getrennt und die Siedlungsgrenze deutlich erkennbar sein. Die Nähe zur umliegenden Landschaft, die in Form von mehr oder weniger zusammenhängenden Grünflächen, Gartenanlagen und grünen Freiräumen bis weit ins Zentrum hineinreicht, soll künftig besser erlebbar und leichter zugänglich sein. Neue und aufgewertete Verbindungen und Übergänge werden den Charakter Langenthals als Stadt der kurzen Wege stärken. Die Qualität der Baukultur wird gefördert, ebenso der öffentliche Raum, die räumliche und gebaute Identität und die Vielfalt der Wohnformen.

Wer die Zukunft der Stadt plant, muss den Verkehr mitdenken. Siedlungsentwicklung und Verkehr sollen sorgfältig aufeinander abgestimmt werden, das stellt das Agglomerationsprogramm 3. Generation sicher. Das Stadtzentrum dient in Zukunft nur noch dem Zielverkehr, der Durchgangsverkehr wird um die beruhigte Kernstadt auf den Hauptachsen geführt.

 

Langenthal Mitte

Der kommunale Siedlungsrichtplan orientiert sich am kantonalen Richtplan. Die Verzahnung mit übergeordneten raumplanerischen Überlegungen ist beispielhaft am Areal Langenthal Mitte ablesbar. Kanton und Gemeinde wollen Langenthal als Zentrum ausserhalb der Agglomerationen grosser Städte stärken – und haben zu diesem Zweck das Areal rund um den Bahnhof als kantonalen Entwicklungsschwerpunkt (ESP) bezeichnet. Die Umnutzung des ehemaligen Geiser-Areals ist ein erster wichtiger Schritt, um das Gebiet Bahnhof Nord zu einem urbanen, lebendigen Subzentrum weiterzuentwickeln. Mehr Informationen dazu finden Sie hier sowie auf der entsprechenden Website.

 

Entwicklungsstrategie Hard

Der Stadtteil Hard ist nicht nur ein wichtiger Schulstandort, sondern auch eines der grossen Entwicklungsgebiete der Stadt Langenthal. Die Entwicklungsstrategie Hard zeigt auf, wie der Stadtteil als attraktiver Wirtschafts- und Lebensraum weiter gestärkt werden soll. Hierzu werden die wichtigen Vorhaben im Stadtteil aufeinander abgestimmt. Die Strategie wurde im Sommer 2019 vom Gemeinderat genehmigt und kann hier heruntergeladen werden.

 

Teilrevision der baurechtlichen Grundordnung (Ortsplanung)

Gemäss den Übergangsbestimmungen der Verordnung vom 25. Mai 2011 über die Begriffe und Messweisen (BMBV; BSG 721.3) müssen die baurechtlichen Grundordnungen bis zum 31. Dezember 2023 den entsprechenden Bestimmungen der BMBV angepasst werden. Vom 3. Dezember 2020 bis zum 3. Februar 2021 wurde das Mitwirkungsverfahren zur zweiten Teilrevision der baurechtlichen Grundordnung (Ortsplanung) durchgeführt. Es wurden zwei Eingaben von regionalen Interessengruppen eingereicht.

Gestützt auf die öffentliche Mitwirkung und den Mitwirkungsbericht gab der Gemeinderat die angepasste baurechtliche Grundordnung (Baureglement und Zonenplan) mit dem Erläuterungsbericht für die kantonale Vorprüfung frei. Die Volksabstimmung ist im Frühjahr 2023 vorgesehen. Der Mitwirkungsbericht kann durch alle Interessierten eingesehen werden.

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