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Dennler Friedrich, Apotheker

 

Friedrich Dennler war der Sohn von Samuel Dennler (1761-1802) und der Elisabeth, geborene Marti. Getauft wurde er am 10. Januar 1796.

Dennler absolvierte nach der Grundschule in Langenthal das Gymnasium in Bern. Er studierte in Würzburg und Wien Pharmazie. Er sollte die Apothekertradition, welche sein Urgrossvater Friedrich Dennler-Gugelmann (1704-1758) begründet hatte, fortsetzen.

Während dem Studium kam Dennler mit der Philosophie der Aufklärung und des Liberalismus in Berührung und versuchte bald die neuen Ideen, welche sich auch in der jungdeutschen Literaturbewegung spiegelten, im Kanton Bern und in seiner Gemeinde umzusetzen. Konkret bedeutete das den Einsatz für Volkssouveränität, für eine repräsentative Demokratie, für eine freie Presse und vor allem für eine Bildung für alle. Dennler übernahm die Apotheke vom früh verstorbenen Vater (mit 41 Jahren) bald nach dem Studium. Politisch wurde er zur «Seele des Oberaargauer Radikalismus» und kämpfte vehement für ein neues Bildungssystem. Er nannte sich «erster Sechzehner der Republik Bern», d.h. er war der erste in diese oberste Berner Behörde gewählte Vertreter einer Landgemeinde. Ab 1833 gehörte er der grossen Landschulkommission an. Dennler war wesentlich an der Schaffung des mehr als ein Jahrhundert gültigen Berner Bildungssystems beteiligt: In den Gemeinden stehen begabten Kindern nach der Grundschule die Sekundarschulen offen, dort werden diejenigen für eine gymnasiale Bildung selektioniert welche einen Beruf anstreben, der eine Hochschulbildung verlangt. Dennler war ein glühender Anhänger von Pestalozzis Ideen und verantwortlich dafür, dass die ersten Lehrkräfte der von ihm 1833 initiierten ersten Sekundarschule im Kanton Bern aus Pestalozzis Umfeld stammten (August Hollmann und Dr. Joannes Bandlin). August Hollmann, später Sekretär der aargauischen Erziehungsdirektion, verfasste Dennler die Denkschrift für den Grundstein der 1834-1837 an Stelle des alten Rüeggerhauses errichteten Apotheke:

Diese Grundsteinlegung erfolgt «am 4. Heumonat 1834 nach Christi Geburt und im dritten Jahre nach Wiedergeburt der Volksherrschaft in der Republik Bern, nachdem das Berner Volk erlöset war von der Knechtschaft des Junkertums und auferstanden zu einem neuen Leben in Knechtschaft und Freiheit».

 

Literatur:

  • Jakob Reinhard Meyer: 100 Jahre Sekundarschule Langenthal, Langenthal 1833
  • Alfred Kuert: Ein Dorf übt sich in Demokratie, Langenthal zwischen 1750 und 1850, Bern 1997

 

 


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